China-Flash

Von Staebchen, neugierigen Blicken und chinesischen Toiletten
 

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Es riecht nach China \\ Pink!!! \\ Coca Cola \\ Xièxie.

Hallo ihr da draussen,

dies hier ist mein neuer Blog auf dem ich allen, die es wollen, berichte, wie meine China-Reise verlaeuft und was ich so erlebe. Also fange ich doch gleich mal an:

Alles begann ganz harmlos am Hamburger Flughafen. Nach dem ca. einstuendigen Flug nach Amsterdam dann dort zwei Stunden Pause. Boarding fuer Flug KL0895 nach Shanghai (Flughafen Pudong) - und dann ging das Abenteuer los. 10 Stunden Flug auf ca. 0,5 x 0,6m, so weit so gut. Natuerlich habe ich mich schon aufs Flugzeugessen gefreut (welches ich zum Glueck im Gegensatz zu den meisten Leuten sehr gerne mag). Leider sollte ausgerechnet mir, die ich mich als einzige auf das Essen gefreut hatte und genau in der Mitte des mehr als 80-reihigen (!) Flugzeugs sass, sodass alle ihr Essen vor mir bekamen, mein Wunschmenue (LEICHT scharfer Reis mit Beef und dazu einige Salate und Brot) versagt bleiben. Komischerweise habe ich es dann doch bekommen - naechster Schock: LEICHT scharf war nicht leicht scharf sondern chinesisch leicht scharf. Fuer ungewoehnte Westler wie mich also hoellisch scharf. Dies und ein Spekulatius-Eis (sehr lecker) um Mitternacht bzw. 6h morgens chinesischer Zeit (warum auch immer) fuehrte zu einem Flug voller Magenkraempfe, die sich zum Glueck bei der Ankunft grossteils verfluechtigten. Erster Eindruck: Es riecht nach China! An den Geruch konnte ich mich sogar noch von frueher erinnern.

Angekommen in Shanghai (sehr sehr muede nach einer Nacht mit ca. 30 Minuten Schlaf mangels bequemer Sitz- oder Liegemoeglichkeit, in Jogginghose und Chiller-Pulli) dann erstmal Verwirrung: Die angekuendigte, deutschsprechende Chinesin war zwar da, wusste jedoch nicht, wo jetzt unser Bus steht. Das hat sich dann zum Glueck alles geklaert und wir sind puenktlich um 15h (9h deutscher Zeit) in der Huashi High School angekommen. Da wir noch bis 16h (zu der Zeit sollten uns die Gasteltern bzw. -geschwister abholen) Zeit hatten, wurde uns erstmal die Schule gezeigt: Ein riiiiesiges Gelaende, tolle Sportanlagen, Verwaltungsgebaeude und Aussenanlagen und sehr sehr viele Schueler, die alle waehrend der Woche dort leben (unter sehr schlechten Bedingungen, von 'Lochklo' und Dusche mal ganz abgesehen gab es weder Lattenroste (Bretter) noch Matratzen (duenne Decken auf den Brettern)) und just als wir aus dem Verwaltungsgebaeude traten vor uns ihre taeglichen Sportuebungen begannen! Diese bestehen aus einem Dauerlauf um das gesamte Schulgelaende (das klingt vielleicht nicht viel, es ist aber sehr gross, diese Jugendlichen sind alle fit..) und enden in einem kleinen Aufmarsch auf dem Sportplatz bzw. dem Hof. Wo wir dann auch standen und uns ploetzlich von gefuehlt 300 Chinesen umgeben sahen, die uns alle sehr neugierig ansahen und tuschelten - auf dem Hauptgebaeude war schon den ganzen Tag ein Leuchtspot mit der Aufschrift 'Willkommen Gaeste aus Klaus-Groth-Schule' und dem gleichen nochmal auf chinesisch gewesen. Da habe ich dann auch zum ersten Mal meine Chinesin Hu Nanxing wiedergesehen, die mich zum Glueck gleich erkannt und mir zugewinkt hat. Das war sehr erleichternd, da ich bis zu dem Zeitpunkt schon ein bisschen Angst hatte. Dann der erste Kulturschock: Ein paar von uns wollten im Verwaltungsgebaeude aufs Klo gehen - die Toiletten bestanden aus einem Loch im Boden und hatten sehr sehr sehr niedrige Waende...

Spaeter gingen wir dann mit unseren Familien nach Hause. Meine Gastmutter spricht zwar kaum Englisch, genau wie saemtliche Grosseltern, dafuer aber meine Chinesin selbst und ihr Vater, der Ingenieur ist. Dabei erfuhr ich, dass meine Familie hier 2 Wohnungen besitzt: Eine nahe der Schule und eine nahe Shanghai. Um mir gleich einen besseren Eindruck zu vermitteln ('more suitable') fuhren wir erst einmal in die Wohnung nahe Shanghai. Vorher holten wir allerdings noch ein paar Sachen aus der ersten Wohnung. Dort sah ich dann auch gleich Hu Nanxings Bruder (der ist 21 und arbeitet schon, konnte aber nur kurz hallo sagen) und ihre Oma (die Mutter ihrer Mutter, sprach nur chinesisch aber begruesste mich stuermisch, war sehr nett und aufgeregt, lachte sehr freundlich und gab uns gleich Suessigkeiten). Angekommen in Shanghai (nette Wohngegend, morgens laut aber das ist hier ueberall so, bewachte Anlage, huebscher Garten mit chinesischer Teichanlage) ging es erstmal hoch in den 6. Stock (nach deutscher Rechnung 5. Stock), dann die Ueberraschung: Tuer auf und was sehe ich? Hohe Decken, Desinmoebel, riesiger Fernseher, moderne Kueche, ein Zimmer mit modernem Bad (und Westtoilette!!) fuer mich allein (eigentlich Hu Nanxings, sie ist derweil nach nebenan gezogen) und natuerlich ist ihr Zimmer komplett rosaweiss. Und das meine ich ernst: Weisse Waende, weisse Gardinen und schwarzweisser Schrank. Ansonsten ein rosa Bett aus Kunstleder, dazu passende Nachtschraenkchen, rosa Rueschenbettwaesche und rosa Kronleuchter. Und natuerlich jede Menge kitschige Teddybaeren. Fuer interessierte: Sie liest auch Twilight, hat sie mir gezeigt - natuerlich in Schriftzeichen.. Sie hat alle Buecher. Habe dann gleich erstmal die Aussicht fotografiert, leider im Dunkeln, dafuer sieht man die wundervollen Lichter von Shanghai. Im Hellen dafuer auch die Baustelle von nebenan.

Nun zum Essen: Das Abendessen ist immer SEHR lecker. Es gibt fuer jeden eine Schale Reis (das klingt nicht viel, ist es aber) und dann ganz viele kleine Schuesseln auf dem Tisch, aus denen man sich mit seinen Staebchen (natuerlich habe ich es all die Jahre lang falsch gemacht und musste umlernen - alle meinen aber ich mache Fortschritte..) etwas nimmt und es zusammen mit dem Reis verzehrt. Komische Angewohnheit dabei: Es gibt haeufig Kokosmilch zu trinken. Ist jetzt nicht so mein Fall ehrlich gesagt. Aber ich probiere einfach alles (ja Mama, nur gekochtes bzw. originalverpacktes). Heute morgen dann aber der Schock: Zum Fruehstueck extra fuer mich als Westlerin eine Art Toastbrot (so weit so gut) mit Fleisch und Ketchup (nicht mehr so gut..). Habe dann unter dem Vorwand, etwas von der Kultur mitbekommen zu wollen, von Hu Nanxings chinesischem Brot mit Fleischfuellung gegessen und dazu bekam ich ein gekochtes Ei. War deutlich besser.. Puenktlich zum Fruehstueck kam dann auch die Familienschildkroete auf den unter den Tisch. Die ist total niedlich, hat aber wie ich schockiert feststellen musste keinen Namen. Und sie wird mit Fuessen getreten!! Dies ist an PETA: Bitte sorgt fuer bessere Tierschutzbestimmungen in China! Dieses Tier wird mit den Fuessen ueber den Fussboden geschubst, auf den Ruecken gedreht und lebt auf einem Balkon ohne jegliches Gruenzeug, Sand oder aehnliches.

Dann haben wir einen Ausflug nach Suzhou (ausgesprochen Sudscho - ich habs natuerlich erstmal mit Suschu probiert..) gemacht. Dort gab es eine interessante Altstadt, eine Bootsrundfahrt mit einer sehr netten Ruderfrau, die uns unterwegs mit Gesang unterhalten hat und mich sogar ans Ruder gelassen haette (das habe ich aber aus Sicherheitsgruenden fuer die anderen Flussbefahrer lieber sein gelassen), das Suzhou Museum, Lunch in einem chinesischen Restaurant, wo wir drei nette Amerikaner getroffen haben, die noch weniger mit Staebchen essen konnten als ich (in dem Restaurant habe ich auch das erst Mal wieder etwas Westliches zu mir genommen: Noch nie im Leben war ich so froh ueber eine Coca Cola) und einen sehr huebschen botanischen Garten. Darin war auch ein chinesisches Teehaus, wo wir Tee getrunken haben (hier bezahlt man einmal ca. 3Yuan (1Euro = ca. 7Yuan) und bekommt staendig nachgeschenkt, was zu einem hohen Teekonsum fuehrt) und chinesische Opernlieder von zwei dort arbeitenden Musikern gehoert bzw. angesehen haben (die sucht man sich zusammen mit dem Tee auf der Karte aus). Es existieren Videoaufnahmen.. Leider hat es unentwegt und immer heftiger geregnet, weshalb wir irgendwann auch froh waren, wieder nach Hause zu fahren. A propos nach Hause fahren: Der Strassenverkehr hier laesst sich nur mit einem Wort beschreiben. Wild. Ein Beispiel: Vor uns gab es einen Unfall. Aber anstatt sich gesittet zu verhalten, schubsen sich die Autofahrer gegenseitig durch eine winzige verbleibende Luecke auf der Strasse und beschimpfen sich dabei durch die geoeffneten Fenster. So viel dazu.

Waehrend meiner kurzen Zeit hier habe ich uebrigens schon ein wenig chinesisch gelernt. Vielleicht habt ihr euch schon gefragt, warum mein Name hier 'Xièxie' ist. Das ist chinesisch und bedeutet 'danke', ausgesprochen wird es ungefaehr wie 'chiae chiae'. Nach 'Nǐhǎo' war das mein erstes Wort und es kommt hier relativ haeufig zur Anwendung. Ich bedanke mich einfach fuer alles, um moeglichst hoeflich zu sein. Das kommt an: Sobald ein Chinese es hoert, freut er sich wie ein Schneekoenig, dass ich versuche, seine Sprache zu sprechen. Auch meine Gastgeschenke sind angekommen - Niederegger Marzipan ist der Renner.

So, ich glaube das reicht jetzt erstmal. Ich gehe dann auch mal ins Bett. Bin total muede - ich glaube ich habe immer noch einen kleinen Jetlag. Es ist hier ja auch schon nach 22h. Ich hoffe ihr koennt mir eventuelle Tippfehler verzeihen (die Tastatur ist anders, muss mich erst dran gewoehnen). Bilder gibt es spaeter oder wenn ich zurueck bin (der Laptop hat keinen Speicherkartenschlitz). Ich mache hier einen auf chinesisch und fotografiere einfach alles - sogar die Toiletten, zum Vergleich..

Liebe Gruesse in den fernen Westen

Johanna

23.10.10 16:28

bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Finn Ole / Website (23.10.10 17:33)
Na, das klingt doch hervorragend Deinen Jetlag wirst du auch überleben. Muss aber ehrlich gesagt sagen, dass ich mich schon freue, dass Miss "ich kann mit stääbchen essen" trotzdem versagt hat


Johanna H. / Website (23.10.10 17:43)
Haha. :D Ich hab doch immer gesagt dass ich es falsch mache. Wobei es gar nicht so falsch ist weil jetzt auf einmal mein Gastpapa gesagt hat, dass Hu Nanxing es immer falsch macht und ich es lieber so wie er machen soll und er macht es fast so wie ich .. :D


Finn Ole / Website (23.10.10 23:03)
Gibt es da einen wissenschaftlichen Zweig?


Aenne (24.10.10 02:43)
Na Johanna,
da hast du dir was Gutes einfallen lassenDie Klos hast du sehr nett beschrieben:D. Auf die Schildkroete bin ich extremst neidisch!
Schreib mal bitte noch meeehr, damit man sich hier ohne facebook die Langeweile ein bisschen vertreiben kann:D
Bis morgen
Aenne


Johanna H. / Website (24.10.10 05:02)
@ Fienchen: Ja ich denke schon. Wahrscheinlich muss man erstmal ein Staebchen-Diplom machen oder so.. Jedenfalls kriege ich das Essen schonmal in den Mund. Und morgens geben sie mir extra Brot und so damit ich mit der Hand essen kann hihi.. Meine Familie selbst isst naemlich sogar chinesisches (mit Fleisch gefuelltes und nur aus Mehl und Wasser zu bestehen scheinendes) Brot mit Staebchen.

@ Aenne: Schoen, dass es dir gefaellt. Die Idee kam mir so ganz spontan waehrend ich trotz Regenschirm vom Regen durchnaesst durch den botanischen Garten in Suzhou lief. :D Ich mag die Schildkroete auch. Habe sie heute morgen auf ihrem Balkon besucht, wollte ganz lieb und vorsichtig sein aber sie hatte solche Angst weil alle sie so misshandeln, dass sie sich gleich wieder in ihren Panzer zurueckgezogen hat.

Bis dann
Johanna


Finn Ole / Website (25.10.10 16:28)
Du könntest mit der PETA eine Entführung in ein deutsches Tierheim planen!

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